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Dokumentationen und Reportagen - Tatort Straße - Die gefährliche Jagd auf PS-Rowdys

Länge: 01:29:31
Dokumentationen und Reportagen - Tatort Straße - Die gefährliche Jagd auf PS-Rowdys - Werbebild
Auf Deutschlands Straßen herrscht ein Verdrängungswettbewerb auf Leben und Tod. Rund 40 Prozent der Verkehrstoten gehen auf das Konto von Rasern: Unvernünftig schnelles Fahren scheint immer mehr zum Volkssport zu werden. Immer häufiger werden in Flensburg Temposünder mit Punkten bestraft. Im Kampf gegen die Verkehrsrowdys rüstet die Polizei deshalb auf. Mit High-Tech-Radargeräten und Video-Fahrzeugen geht es rücksichtslosen Fahrern an den Kragen. Nachdem in Hamburg die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist, haben die Behörden reagiert. Zivilfahnder nehmen nun auf zwei PS-starken BWM-Motorrädern die Verfolgung auf und filmen die Verkehrssünder auf frischer Tat. Die Samstags-Dokumentation begleitet die Polizisten bei ihrem Alltag im Kampf gegen die Schnellfahrer und stellt fest: Die Jagd auf die Raser ist keine ungefährliche Angelegenheit, weil diese manchmal auch die Flucht nach vorne antreten.

Für die Temposünder kann eine Fahrt auf der Überholspur richtig teuer werden, auch für ausländische Fahrer, die deutsche Autobahnen als Rennpiste benutzen. In Niedersachsen stellen Beamte der Autobahnpolizei Göttingen eine russische Raser-Gruppe, die mehr als 70 Stundenkilometer zu schnell unterwegs war. Kostenpunkt laut Bußgeldkatalog: 3.000 Euro. Zuviel für die Urlaubskasse der Russen, sie versuchen, mit den Beamten zu handeln.

Speedfreaks nennen sich diejenigen, die regelmäßig den Rausch der Geschwindigkeit erleben wollen - und dabei ihr Leben riskieren. Sie jagen mit Tempo 300 auf zwei Rädern über den Asphalt, schon eine kleine Ölspur kann für sie den Tod bedeuten. Im normalen Leben haben sie Frau und Kind, sind gutbürgerliche Angestellte oder Beamte. Doch auf der Straße ignorieren sie das Risiko, der nächste Kick ist stärker als alle Vernunft. Viele von ihnen dokumentieren ihre waghalsigen Höllenritte mit kleinen Videokameras und tauschen diese im Internet aus. Die Folge: Im Wettrennen um das spektakulärste Video lässt man sich leicht zu noch unvernünftigeren Fahrmanövern hinreißen.

Mit dem Leben davon gekommen ist Lydia M. aus Bayern. Die Motorradfahrerin verlor bei einem Verkehrsunfall vor elf Jahren ihr linkes Bein. Ein Autofahrer, der zu schnell fuhr, hatte sie bei einem Überholmanöver auf der Landstraße übersehen. Lydia lag tagelang im Koma, ihr Bein muss bis zum Oberschenkel amputiert werden. Seitdem schlägt sie sich mit einer Prothese durchs Leben. Das Fahren auf zwei Rädern ist trotz dieses schweren Unfalls immer noch ihre große Leidenschaft. Nun erfüllte sie sich einen großen Traum: Sie ließ sich ein Motorrad extra auf ihr Handicap umbauen. Als sie die Spezialanfertigung bei dem Mechaniker abholt, mischt sich in ihre Vorfreude aber auch Angst. Denn auf der Straße lauern viele Feinde.

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